Wie binde ich ein Plastron?

Schaut man sich Bilder von festlichen Ereignissen vergangener Zeiten an, so fällt ein Halsschmuck auf,d er leider immer weniger zu sehen ist. Die Rede ist vom Plastron, jener etwas altertümlichen Schalkrawatte, die so viel Ähnlichkeit mit einem Krawattenschal hat und dann auch wieder nicht. Und doch: bei Hochzeiten etwa kommt dieser Halsschmuck nach wie vor zu Ehren. Auch im Reitsport ist das Plastron nie ganz verschwunden.

Leider haben sowohl Herrenausstatter wie auch Spezialgeschäfte inzwischen meist nur vorgebundene, vernähte Exemplare. Das mag zwar noch in Ordnung gehen, wenn man das gute Stück nur einmal im Leben trägt und keine Lust hat, eigens dafür einen neuen Knoten zu lernen. Aber bei wirklich festlichen Ereignissen? Ein vorgebundenes Plastron zum Cut ist wie eine Fertigfliege zum Wiener Opernball, wie eine Gummizugkrawatte zum Designeranzug.

Dabei ist es gar nicht so schwer, ein Plastron zu binden. Nämlich eigentlich nicht viel anders als eine Krawatte. Der große Unterschied liegt darin, dass sich das Plastron eher wie ein Tuch handhabt.

I. Legen Sie sich das Plastron wie eine Krawatte um den Hals. Das rechte Ende ist ein kleines Stück länger als das linke. Da ein Plastron symmetrisch geschnitten ist, ist das der einzige Unterschied.
II. Nun legen Sie das rechte Ende nach links...
III. … und führen es um das linke Ende herum. Halten Sie unbedingt die Stelle fest, wo sich beide Enden kreuzen, wenn Sie nun...
IV. … dieses Ende vor dem anderen entlangführen, so dass sich wie bei einem Krawattenknoten ein Ring ergibt.
V. Nun von unten durch die Halsschlaufe damit,
VI. durch den Ring und festgezogen, aber nicht zu fest, Schließlich wollen Sie ja keine Krawatte imitieren, sondern eine luftiges Tuch am Kragen tragen. Sie arrangieren jetzt die beiden Enden so, dass sie übereinander zu liegen kommen.

Wie man eine Krawatte kunstvoll unter dem Knoten mit dem berüchtigten „Dimple“ versehen würde, wird hier nun das Tuch unterhalb des Knotens in Falten gelegt. Um allerdings den kunstvoll aufgebauschten Look zu erzielen, der klassische Cutaways so glänzen lässt und auf alten Fotos so elegant aussieht, braucht man eine Krawattennadel. Nein, nicht das Ding zum Klemmen , das man in jedem Kaufhaus bekommt. Das ist eigentlich eine Krawattenspange bzw. Krawattenklammer. Sondern wirklich eine Nadel, gerne mit einer kleinen Perle am oberen Ende. Mit dieser werden nun zwei, drei Zentimeter unter dem Knoten die Falten ein wenig zusammengefasst und das Kunstwerk am Hemd festgesteckt. Und zwar ein kleines bisschen höher, als das Plastron dort von allein hängen würde. Ein wenig altmodisch, vielleicht. Aber ungeheuer elegant.

Übrigens: auch wenn es auf den ersten Blick ein wenig ungewohnt aussieht, zum Plastron trägt man keinen Umlegekragen, sondern einen Kläppchenkragen. Am besten einen klassischen Vatermörder. Wie? Dann sieht man ja das Band auf der Rückseite? Stimmt. Nur ein Grund mehr, kein fertig gebundenes Plastron zu tragen, sondern sich die Mühe selbst zu machen.

Es gibt übrigens noch eine Art, ein klassisches Plastron zu binden. Diese Variante sieht schnell ein wenig übertrieben aus, erfreut sich aber im Reitsport größter Beliebtheit. Ohne Nadel läuft hier allerdings nichts. Das – hier meist etwas längere – Plastron wird hier einmal um den Hals drapiert und dann die Enden nach einem Knoten über Kreuz gelegt und mit der Nadel fixiert. Die Anleitung dazu werden Sie hier finden, sowie der Autor dieser Seiten besagten Knoten verstanden hat (ich übe noch...). Schließlich wollen wir Ihnen ja keine unbrauchbare Anleitung liefern.

 

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