Krawattenschals

Es gibt Klassiker der Modegeschichte, die sind einfach nicht totzukriegen. Und das, obwohl sie manchmal belächelt oder gar als altmodisch verschrien werden. Spätestens bei der nächsten Trendwelle sind sie wieder in aller Munde, und die, die ohnehin auf klassischen Look gesetzt hatten, sagen nur: wir haben es ja gleich gesagt...

Krawattenschals sind ein solches Accessoire. Während so mancher die Krawattenschals eher für ein Zubehör alternder Playboys und großspuriger Yachtbesitzer hielt – ein Klischee, zu dem nicht zuletzt zahlreiche Hollywood-Filme maßgeblich beigetragen haben - , wussten es die an klassischer Herrenmode orientierten Gentlemen schon immer: ein Krawattenschal ist eine hervorragende Möglichkeit, einen offenen Hemdkragen zu schmücken.

Dabei sind Krawattenschals nicht gleich Krawattenschals. Unter diesem Namen werden ein paar sehr verschiedene Dinge zusammengefasst. Und leider halten selbst Enzyklopädien die Begriffe nicht immer auseinander oder behelfen sich gar mit Wortbildungen wie „Schalkrawatte“.

Der König unter den Krawattenschals ist das Plastron. Es besteht aus einem langen Band, klassischerweise natürlich aus Seide, das an den Enden breiter ist als in der Mitte und dort jeweils in einer Spitze ausläuft. Das gute Stück wird kunstvoll ähnlich wie eine Seiden Krawatte oder einen Ascot gebunden. Im Gegensatz zu anderen Krawattenschals trägt man ein Plastron allerdings nicht im, sondern unterm Hemdkragen wie eine Krawatte. Kenner kombinieren das Plastron, das übrigens hervorragend zu Hochzeitsanzügen und zum Cutaway passt, mit einem Kläppchenkragen. Das schließt natürlich fertig vorgebundene Plastrons aus, wie man sie heutzutage in den Kaufhäusern sieht. Denn dort wäre am Hals dann oft nur ein schnödes Gummiband zu sehen. Während das Plastron fast nur noch zur Hochzeit oder zu extrem festlichen Empfängen getragen wird, hat es sich in einer Nische gehalten: im Reitsport wird nach wie vor begeistert Plastron getragen. Eine Reituniform sieht mit ungeschmücktem Hals einfach merkwürdig aus.

Unter all den verschiedenen Krawattenschals nimmt der Ascot eine Sonderrolle ein. Es ist geschnitten wie ein Plastron, nur meist nicht so lang. War es jedenfalls einmal. Denn heutzutage werden Ascots üblicherweise nur noch mit einem spitzen Ende produziert. Das andere Ende schließt statt dessen mit einer breiten Schlaufe ab, was das Binden sehr vereinfacht. Bei diesen Krawattenschals im modernen Schnitt wird nun nur noch das breite Ende von unten durch die Schlaufe gesteckt und oben übergeschlagen. Damit es sich nicht verdreht, kann man es auch noch einmal um die entstehende Windung herum wickeln. Getragen wird dieses Wunderwerk unter dem Hemdkragen, wobei man dennoch nie mehr als ein, zwei Hemdknöpfe auflassen sollte. Aus irgendeinem nicht näher bekannten traditionellen Grund sind diese Krawattenschals übrigens nie einfarbig oder gestreift, sondern stets gemustert. Das klassischste Muster sind Paisleys.

Die eigentlichen Krawattenschals im strengeren Sinne sind am vielseitigsten. Sie sind wirklich wie ein Schal geschnitten, also in langer, rechteckiger Form. Dieser Schal wird nun um den Hals gebunden. Dafür gibt es einige Möglichkeiten. Ob mit einem vereinfachten Krawattenknoten, einer kunstvollen Wicklung oder wie ein Ascot oder Plastron, der Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Das macht diese Krawattenschals aber auch für ungeheuer viele Einsatzzwecke geeignet. Ob dezent im offenen Hemdkragen des rosa oder hellblauen Businesshemds mit dunkelblauem Blazer, Einstecktuch und Goldknöpfen (klassischer Gentleman), ob mit einem falschen Four-in-Hand geknotet zu Jeans und Boots, locker in der Weste verschwindend (Retro Style) oder gar als leichter Sommerschal gewickelt in die Halsöffnung eines V-Necks gestopft (lässig modern), immer machen Krawattenschals eine gute Figur. Die letzteren beiden Varianten sind übrigens ein sehr aktuelles Modethema. An Krawattenschals führt jedenfalls derzeit kaum noch ein Weg vorbei.

 

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